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Sich in China einbringen

‚L’ in Zentralchina. Eingestellt am 17. August 2010.

Das Leben in England war geschäftig. Zwischen meiner Arbeit als Ergotherapeutin, Treffen mit Freunden und verschiedenen Diensten in der Gemeinde, hatte ich scheinbar nie eine freie Minute. Das Leben war erfüllt und mit all der unterschiedlichen Aufgaben, an denen ich beteiligt war, endete jeder Tag mit dem guten Gefühl, etwas bewirkt zu haben.

Als ich allerdings nach China kam, waren plötzlich alle diese Aufgaben verschwunden und ich war einfach ein kleines, ausländisches Mädchen, das kein einziges Wort der Sprache verstand! Ich fragte den Herrn: „ Wie kann ich überhaupt meinen Platz hier finden und Dir von Nutzen sein, Jesus? Ich kann noch nicht einmal ein Brot kaufen oder nach dem Weg fragen, geschweige denn, für Dich Einfluss auf diese riesige Nation nehmen!"

Ich beschloss, dass, wenn der Herr mich hierher gerufen hatte, ich eigentlich nur nah bei ihm bleiben, mich auf ihn stützen und meine Augen und Ohren für die Möglichkeiten offen halten müsste, die Er mir über den Weg schickte. Wisst, ihr, es ist wirklich so einfach! Nachdem ich mittlerweile fast 2 Jahre in China bin, habe ich verstanden, dass diese Möglichkeiten sich überall hier auftun und wenn ich bereit bin, ein bisschen aus meiner Komfortzone herauszutreten, ich mich an überwältigenden Orten wiederfinde.

Es dauerte nicht lange, bis sich diese Möglichkeiten eröffneten. Als ich anfing, chinesisch zu lernen, fand ich, dass ein guter Ort, mein Chinesisch zu üben und Freunde zu finden, der muslimische Bezirk in der Stadt sei. Es gibt dort viele geschäftige Märkte und wegen der vielen durchreisenden Touristen sprechen viele der Geschäftsleute ein wenig Englisch (Was gut war wegen meiner zu jener Zeit sehr begrenzten Chinesischkenntnisse!). Einige der Menschen dort wurden mittlerweile zu engen Freunden, was ein solcher Segen ist. Als mein Chinesisch besser wurde, hatten wir viele Gespräche über die Gute Nachricht und wahre Rettung. Es ist ein solches Vorrecht, in die Leben dieser wertvollen Menschen zu säen und Salz und Licht an einem Ort zu sein, der es so dringend braucht.

Als ich in unserer Ortsgemeinde andere Ausländer traf, wurde ich gefragt, ob ich kommen und mich mit zwei chinesischen Christen treffen könnte. Dieses Ehepaar hatte ein Herz dafür, älteren Menschen in der Stadt zu dienen, die keine familiäre Unterstützung haben. Wegen meiner Ausbildung zur Ergotherapeutin dachten sie, dass ich ihnen behilflich sein könnte, diesen Dienst zu beginnen. Gemeinsam setzten wir einen Antrag für ein wöchentliches Tageszentrum auf. Mittlerweile hat es sich zu einem kleinen Seniorenheim und einem ambulanten Pflegedienst, der Menschen in ihrem eigenen Zuhause unabhängig bleiben lässt, entwickelt. Es ist eine solche Freude dabei zu sein, wenn Leben verändert werden. In dieser Woche stand eine Dame, die durch unseren ambulanten Pflegedienst betreut wird, zum ersten Mal seit drei Jahren auf ihren eigenen Beinen!

Eine weitere Möglichkeit, die sich kürzlich ergab war, dass ich mich in der Musikszene der Stadt einbringen konnte. Durch grapevine hörte ich, dass örtliche Gläubige einen Musikabend in einem der Restaurants in der Stadt als Einsatz organisierten. Menschen konnten einfach mit ihrer Gitarre auftauchen und Lieder mit christlichem Inhalt singen. Das hörte sich spaßig an und ich tauchte also eines Abends mit meiner Gitarre auf und nahm teil. Ich traf dort viele Menschen und dadurch bekam ich weitere Möglichkeiten, Musik zu machen - einschließlich der Unterstützung einer bekannten christlichen Band aus Amerika an einer der großen Universitäten in der Stadt. Es kamen fast 4 000 Studenten! Daraus entstanden außerdem Möglichkeiten, örtliche Hauskirchenleiter in biblischem Lobpreis und Anbetung zu unterrichten.

Es ist so großartig zu sehen, wie Gott das wenige, was wir zu bieten haben, zur Ehre seines Namens nutzt. Als seine Botschafter verbreiten wir den Duft Christi wohin wir auch gehen, einfach dadurch, dass wir uns in die Gesellschaft einbringen und uns für den Herrn verfügbar machen - die Möglichkeiten sind endlos! Bei einer Parade war ich als chinesischer Krieger verkleidet, spielte in einem Krippenspiel einen Weisen, erzählte vom Evangelium bei einem Abendessen für Geschäftsleute und Beamte, stellte den Chinesen Hirtenkuchen vor und spielte bis vier Uhr morgens chinesische Brettspiele! Das Leben hier ist niemals langweilig.

Durch meine Erfahrungen hier in China habe ich gesehen, dass keine meiner früheren Erfahrungen umsonst war und ich konnte von diesen Erfahrungen bei vielen Gelegenheiten profitieren. Er ist wirklich ein Gott von Details und dirigiert Umstände perfekt, damit wir zu seiner Ehre wachsen und Frucht bringen können. Wenn ich an meine ersten Tage hier in China zurückdenke und an die Angst, dem Herrn nichts nützen zu können, lächle ich erwartungsvoll, weil ich weiß, dass das Beste noch vor mir liegt. Er hat uns für Zeiten wie diese hierhergestellt; die Ernte ist reif und wir fangen gerade erst an!

 

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