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Ein Jahr danach

Eingestellt am 13. Juni 2009.

Der 12. Mai war der erste Jahrestag des großen Erdbebens, das 2008 einen großen Teil Chinas erschütterte. Der chinesische Präsident Hu Jintao leitete die offizielle Gedenkfeier in den Ruinen Yingxius in der Provinz Sichuan, welches sehr nahe am Epizentrum liegt. Am Fuße einer Uhr, deren Zeiger auf 14:28 Uhr, dem genauen Zeitpunkt des Erdbebens, gestellt waren, wurden Kränze niedergelegt.

Überall hielten Menschen ihre eigenen Gedenkfeiern, um an die fast 90.000 Toten oder Vermissten zu erinnern. Trauernde besuchten Ruinen und Gräber, entzündeten Räucherwerk und Kerzen und verbrannten Papiergeld für die Toten. „Ich habe das Gefühl, dass das Erdbeben noch nicht vorüber ist. Jedes Mal, wenn ich irgendetwas sehe, das damit zu tun hat, ist mir zum Weinen zumute", sagte Zhou Na, eine junge Frau, die mehrere Angehörige verlor (BBC).

Präsident Hu sagte, das Disaster habe die Nation zusammengeschweißt. „Konfrontiert mit dieser ungeheuer großen Katastrophe, waren die Massen des chinesischen Volkes und das Militär wie eine Einheit, indem sie eine Festung einer vereinigten Entschlossenheit bildeten", erklärte er (BBC).

Doch viele Eltern fragen weiterhin, warum während des Erdbebens so viele Schulen einstürzten. Die Regierung hat die Zahl der Toten und vermissten Schulkinder auf 5.335 taxiert, doch Hochrechnungen auf Basis von Berichten aus dieser Zeit kommen zu einem wesentlich höheren Ergebnis.

Ein Autor, der versucht hatte, eine Liste von allen in den Schulen getöteten Kindern zu erstellen, wurde in Gewahrsam genommen, ebenso mehrere Eltern; sie hatten Untersuchungen verlangt, um den Behauptungen nachzugehen, dass Korruption und lasche Qualitätskontrollen für die geschwächten Schulgebäude verantwortlich seien; Rechtsanwälte, die ihnen ihre Hilfe angeboten hatten, wurden ebenfalls in Gewahrsam genommen.

Die chinesische Regierung hat sich verpflichtet, in diesem Jahr zusätzliche acht Milliarden Yuan (1,17 Milliarden US-Dollar) auszugeben, um Schulen in erdbebengefährdeten Gebieten sicher zu machen, aber für viele kommt das zu spät. Eine trauernde Mutter sagte: „Als das Erdbeben geschah, war meine Tochter unter den Trümmern gefangen. Sie war nicht verletzt, aber sie starb schließlich, weil niemand sie rettete. Jetzt ist mein Kind seit einem Jahr tot. Als unsere Tochter geboren wurde, hatten wir die Erwartung, sie aufwachsen zu sehen und dass sie uns Glück bringen würde. Jetzt ist all unsere Hoffnung gestorben" (BBC).

Betet für Eltern und andere, die weiterhin den Verlust ihrer Angehörigen betrauern. Betet für eine erneuerte Hoffnung und einen erneuerten Sinn in ihrem Leben. Betet, dass jeder Einzelne seinen himmlischen Vater kennenlernt, der sich danach sehnt, ihn zu trösten.

Betet für anhaltende Wiederaufbau-Programme in den vom Erdbeben betroffenen Gebieten der Provinzen Sichuan und Shaanxi. Betet, dass alle korrupten Beamten entfernt werden und dass alles den erforderlichen Standards entsprechend gebaut wird.

Betet für die, die nach der Wahrheit hinter dem Geschehenen in den Schulen forschen. Mögen diejenigen, die von den Behörden wegen ihrer Suche nach Wahrheit in Gewahrsam genommen wurden, rasch wieder freigelassen werden. Und möge jeder Einzelne Frieden und Befreiung von seinem herzerfüllenden Schmerz finden.

 

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