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Anfang März rief der chinesische Präsident Hu Jintao zu einer „Großen Mauer der Stabilität" in Tibet auf. Im Gegensatz drückte der Dalai Lama seine Sorge aus, dass „es jeden Moment zu einer Explosion der Gewalt" kommen könne. Der März-Monat steht für den 50. Jahrestag der Flucht des Dalai Lamas von Tibet ins Exil in Indien. In diesem Monat war außerdem der erste Jahrestag der gewaltsamen Proteste in Lhasa, die sich über das tibetische Gebiet ausbreiteten.
Ganz bestimmt wurde die Situation nicht verbessert, als die chinesische Regierung beschloss, den 28. März als Beginn des „Tages der Befreiung von der Leibeigenschaft" in Erinnerung an die 1959 durchgeführte „Befreiung" Tibets zu benennen. Viele Tibeter würden eine ganz andere Sicht dieser Ereignisse vertreten. Die staatlich kontrollierten Zeitungen, Fernsehsender und Museumsausstellungen nutzten alle die Möglichkeit dieses neuen Feiertages, um die chinesische Herrschaft zu preisen. „Ich möchte der Kommunistischen Partei aufrichtig danken, dass sie mir ein Paar klare Augen geschenkt hat und ich jetzt Richtig von Falsch unterscheiden kann", wurde der von China ernannte Panschenlama zitiert. „Ich kann klar erkennen, wer das tibetische Volk wirklich liebt und schützt, und wer aus persönlichen Motiven skrupellos Tibets Stille und Stabilität zerstört", fuhr er in einer spärlich verschleierten Anklage des Dalai Lamas fort.
"Nach meinem Verständnis ist die tibetische Gesellschaft jetzt äußerst stabil", sagte Kang Jinzhong, Kommissar der Bewaffneten Chinesischen Volkspolizei, die der kommunistischen Partei untersteht in Tibet. Dennoch wurden im März Extra-Truppen in die Region entsandt, und Tibet wurde wieder einmal für Touristen geschlossen. Berichte von mehreren neuen Protesten drangen aber doch aus der Region nach außen. Unter anderem gab es auch einen Bericht, der besagte, dass in der Provinz Qinghai fast 100 Mönchen verhaftet wurden - nach einem Aufruhr auf Grund des Verschwindens eines Mannes, der wegen des Verdachts der Beteiligung an tibetischen Unabhängigkeitsbestrebungen in Gewahrsam genommen worden war. In derselben Provinz wurden zwei forstwirtschaftliche Polizeifahrzeuge durch selbshergestellte Explosivstoffe zerstört. In der Provinz Sichuan zündetet sich ein tibetischer Mönch als Zeichen des Protestes selbst an, nachdem ein anderer Mönch am selben Ort getötet und acht Menschen verletzt wurden, als es zwischen tibetischen Bauern und Soldaten zu Streitigkeiten wegen des Getreides gekommen war. Und eine Kiste mit Sprengstoff wurde im Bahnhof von Lhasa entdeckt.
„Die Tibeter stehen heute vor einer harten Wahl; sie kämpfen darum, ihre einzigartige Identität zu bewahren, ohne dabei von Chinas ungestümen Drang in die Modernität abgehängt zu werden", kommentiert ein Korrespondent Reuters. Die Hauptunterrichtssprache in vielen Schulen der Region mag Tibetisch sein, aber die Aussicht auf Arbeit und Bildung halten sich für jene in Grenzen, die kein gutes Mandarin-Chinesisch sprechen. „Die Familien stehen vor der schwierigen Frage, ob sie ihre Kinder auf Tibetisch erziehen oder sie lieber Chinesisc lernen lassen sollten. Aber unsere Sprache ist unsere Mutter. Wie kannst du deine Mutter verleugnen?", meint ein tibetischer Lehrer. Der Besuch höherer Schulen beinhaltet häufig die Notwendigkeit, während der Woche Internatsschüler zu werden, wo Kinder lernen, das chinesische Essen mehr zu mögen als das tibetische. „Nicht alle sind über die Herrschaft Chinas glücklich", schließt der Berichterstatter, „aber ins Tibet ihrer Großeltern wollen auch nur wenige zurückkehren." (Alle Zitate stammen von Reuters)
Betet für Frieden in Tibet und um Bewahrung vor Leid für alle ethnischen Gruppen. Mögen die verschiedenen Gruppen einen gewaltlosen Weg vorwärts finden.
Betet für große Weisheit und mitfühlendes Verständnis für jene in der Regierung, die Entscheidungen treffen, wie die tibetischen Regionen am besten verwaltet werden.
Betet für die ganz normalen Tibeter, die hinund hergerissen sind zwischen dem Wunsch, einerseits ihre traditionelle Art zu bewahren und dem Wunsch nach wirtschaftlichen Verbesserungen andererseits.
Betet, dass das Evangelium noch viele Tibeter erreicht und dass jeder Einzelne erkennt, dass die wahre Antwort auf die Suche nach dem Sinn des Lebens im Herrn Jesus liegt.
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